[Marketing] Blogtouren - Das moderne Marketingtool


Blogtouren - Das moderne Marketingtool

Oft treten Autoren und auch Verlage an mich heran und fragen, welchen Zweck eine Blogtour hat, welche Vorteile eine Blogtour bringt und wie eine Blogtour organisiert wird?

Ich möchte diesen Artikel nutzen, um Euch meine eigenen Erfahrungen näher zu bringen und auch mit dem einen oder anderen Vorurteil aufzuräumen. Mhmmm, ja richtig gelesen, aber dazu gleich mehr.



Was ist eine Blogtour?
Eine Blogtour dient dazu, eine breite Masse an potentiellen Lesern im Web zu erreichen und auf das Buch oder den Autor aufmerksam zu machen.
Buchblogger/Blogger schreiben verschiedene spoilerfreie Artikel zum Buch/Autor, um den neugierigen Nerv eines Lesers zu treffen.
An mehreren aufeinander folgenden Tagen verbindet sich so alles zu einer Tour, die oftmals mit einem Gewinnspiel gekoppelt ist, um so zu diesem Zeitpunkt mehr Anreiz zu schaffen, sicher näher mit dem Buch auseinanderzusetzen.

Vorurteil Nr. 1
"Blogtouren dienen zur Steigerung der Verkäufe in dem Zeitraum"
Da kann ich leider nur bedingt zustimmen. Ich habe mich nun über einen längeren Zeitraum damit befasst und kann das nicht bestätigen. Ich biete diese deswegen auch nicht zu diesem Zweck in meinen Leistungen an, und wenn ich merke, dass ein Kunde dies im Sinn hat, weise ich auch immer gerne darauf hin. Eine ordentliche (und da sollte man wirklich auf Details achten) Blogtour ist ein Werkzeug, das der Sichtbarkeit im Netz dient. Zum einen kann man sie nutzen, um vielleicht eine Buchveröffentlichung zu unterstützen (was man nicht sieht, kann man nicht kaufen), oder es gibt Anlässe, die man so nutzen kann, um einfach die verschiedenen Veröffentlichungen noch mal ins rechte Licht zu rücken.
Klar können die VK-Zahlen kurzzeitig ansteigen, das kann verschiedene Ursachen haben, durch eine Blogtour bekommt man zum Beispiel die Rezension zum Buch (nach Absprache). Die kann sich natürlich verkaufsfördernd auswirken. Eine sachgemäße Verlinkung innerhalb der jeweiligen Artikel ebenso.

Vorurteil Nr. 2
"Zu jedem Buch kann man eine Blogtour machen"
Argggg, ja wenn ich das höre, da überkommt mich leider das pure Gruseln. Ich finde, und das ist meine ganz persönliche Einstellung, dass sich eben NICHT jedes Buch eignet, um im Rahmen einer Buchpräsentation vorgestellt zu werden.
Ich schaue mir bei jeder Anfrage erst einmal den Klappentext und das Cover an. Ist es ansprechend gestaltet, passt es in die jetzige Zeit oder wirkt es vielleicht zu altbacken? Auch wenn manche nun sagen "es zählt nur der Inhalt", das täuscht leider. Ich habe eine Studie in der Bücherei gemacht und frage regelmäßig, zu welchen Büchern gegriffen wird, welche Formen ansprechend sind und ja, bei Kinder- und Jugendbüchern ist dieser visuelle Wert extrem hoch.
Während ein Erwachsener im Handel vielleicht noch einen 2. Blick riskiert, muss ein Buch für die jüngere Generation schon visuell ansprechen, um die erste Neugierde zu befriedigen.
Es ist auch schon vorgekommen, dass ich einen Auftrag abgelehnt habe, weil ich überzeugt war, mit dem Buch zum einen keine Blogger zu finden, die das Buch überzeugen kann und zum anderen auch bei einer Tour nicht punkten würde. Ich wähle dann doch eher den realistischen Weg, denn eine Tour, die nicht sichtbar gut ankommt, ist auch nicht in meinem Sinne.
Manche Bücher reichen aber auch inhaltlich nicht aus. Wenn man beispielsweise zu viel vom Inhalt verraten müsste. Die Beiträge sollen neugierig machen und zum Kauf anregen, nicht aber soviel preisgeben, dass ein Buchkauf überflüssig wird.

Blogtour als Hilfe - Der eigene Leserstamm
Wenn man sich nun entschlossen hat, eine Tour zu organisieren, kann man diese natürlich auch danach noch positiv für sich nutzen. Hat den Buchbloggern das Buch gefallen? Dann halte mit ihnen Kontakt, lade sie in Deinen eigenen Social Media Bereich ein, wie Facebook, Twitter, Google oder die Autorenhomepage und halte sie stetig auf dem Laufenden. Nutze die Tour, um mit Lesern in Kontakt zu kommen, denn das sind die Käufer von morgen.

Die Organisation
Eine Blogtour bedarf einiger Vorbereitungen. Ich rechne immer mit 6-8 Wochen insgesamt. Dazu gehört die Ausschreibung ebenso, wie die richtige, passende Auswahl an Buchbloggern, die zum Titel auch passen. Kleines Beispiel: ein Jugendbuchblogger, der nur realistische Titel liest, wird mit einem Fantasybuch nicht sehr glaubwürdig rüberkommen. Das gleiche gilt für beworbene Romance-Titel, die auf einmal bei einem Krimileser auftauchen. Man wird dort nie die Leser erreichen, die das Buch auch potenziell kaufen würden.
Blogger ist auch nicht gleich Blogger, und eine scheinbar hohe Followerzahl ist kein Garant für Reichweite. Das Verhalten der einzelnen Blogger im Netz kann ebenso ausschlaggebend für eine erfolgreiche Blogtour sein, wie die visuelle Darstellung seiner Seite.
Ich suche die Juwelen - mit Katzengold gebe ich mich nicht zufrieden.

Reichweite
Um bestmögliche Reichweiten zu erzielen, sollte man die Tour so planen, dass man auch verschiedene Social Media Kanäle nutzen kann. Wie aktiv sind die Nutzer, welche Erfolge können sie verzeichnen? Wenn man dies alles ein wenig berücksichtigt bei der Auswahl der richtigen, zum Buch passenden Leser, kann man durchaus auch mit einer Tour zwischen 3.000 und 50.000 potentielle Leser erreichen (einfache Tour). Diese Zahl ist nicht utopisch, es sind keine Bewerber oder Käufer, sondern es handelt sich um die Menschen, denen der Artikel irgendwo angezeigt wird. Sei es beim Spitzenreiter Facebook oder auf weiteren Seiten.

Verlagsautor vs. Selfpublischer
Ich mache keine Unterschiede, für mich ist ein Autor eben ein Autor.

Sie möchten gerne eine Blogtour planen und brauchen Unterstützung?
Dann freue ich mich über Ihre Nachricht.










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